Legalisierung von Cannabis in Deutschland

Mehr als vier Millionen Deutsche konsumieren Cannabis. Nur ein kleiner Teil hat Probleme mit seinem Konsum, noch weniger entwickeln eine Abhängigkeit. Dennoch wird Hanf von der Politik als Teufelszeug bezeichnet und für die Verfolgung seiner Konsumenten jedes Jahr ein Milliardenbetrag investiert.

Die Cannabis-Legalisierung in Deutschland ist ein immer wiederkehrendes Thema in den Medien. Im folgenden Abschnitt möchten wir die Legalisierung von Cannabis in Deutschland genauer unter die Lupe nehmen und analysieren, was die deutsche Bevölkerung dazu zu sagen hat.

Denn auch wenn Cannabis auf Rezept in Deutschland mittlerweile legal ist und die Bundesregierung sogar eine Cannabisagentur gegründet hat, um die neuen Regelungen umzusetzen, tun manche Beteiligten so, als hätte sich nichts geändert. Die Krankenkassen möchten z.B. immer noch nicht die Kosten für eine medizinische Behandlung mit Marihuana übernehmen. Viel zu wenige Ärzte in Deutschland kennen sich mit Cannabis aus und wollen es deswegen nicht an Ihre Patienten verschreiben.

Legalisierung von Cannabis in Deutschland

Cannabis-Legalisierung

Cannabis-Legalisierung Pro und Contra

  • Es würde vielen kranken Menschen von Nutzen sein: Gerade in der Schmerzbehandlung, zur Verhinderung von Übelkeit bei Chemotherapien und zur Entspannung ist Cannabis sehr gut geeignet.
  • Die Gefängnisse und Gerichte würden entlastet werden: Ein Großteil aller Gefängnisinsassen wurde wegen Besitz von Cannabis verurteilt. Es werden jedes Jahr um die 50.000 Verfahren nur wegen Cannabis eröffnet. Die meisten Verurteilten sind keine Dealer, sondern Konsumenten, die sich etwas Cannabis auf Vorrat beschaffen wollten.
  • Cannabis könnte wieder als Nutzpflanze angebaut werden: Die Verwendung von Hanf ist vielfältig. Es lassen sich Papier, Textilien und andere Fasern aus Cannabis herstellen. Ein ganz neuer Wirtschaftszweig würde sich so eröffnen.
  • Deutschland würde zu einem Drogen-Tourismusland werden: Denn außer den Niederlanden wäre Deutschland dann eine gute Anlaufstelle, um sich legal Cannabis zu beschaffen. Dies würde unter Umständen in Grenzgebieten eine Menge zwielichtiger Gestalten anziehen.
  • Die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche mit Cannabis leichter in Kontakt kommen, wird deutlich erhöht.

Letztendlich werden die Befürworter und die Gegner einer Legalisierung wohl nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Jedes Pro-Argument kann widerlegt werden und jedes Contra-Argument kann entkräftet werden. Je nach Blickwinkel und moralischen Grundsätzen fällt die Entscheidung immer wieder anders aus. Finanzielle Interessen werden bei der Entscheidung sicherlich im Vordergrund stehen, sei es durch steigende Präventionskosten oder eventuelle Steuereinnahmen.

Wann ist das Kiffen legal?

Etwa ein Viertel aller Deutschen (24,1 %) rechnen damit, dass Cannabis in den nächsten ein bis drei Jahren legalisiert wird. Ein weiteres knappes Viertel (23,2 %) ist lieber etwas vorsichtiger und tippt auf vier bis sechs Jahre bis zur Legalisierung. Ob das dann auch wirklich so passiert, ist Sache der Politik.

Momentan besitzen in ganz Deutschland 779 Patienten eine Ausnahmeerlaubnis, aus Krankheitsgründen Cannabis zu beziehen. Eins sollte man sich immer vor Augen führen: Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland hängt keineswegs nur an einer Gesetzesänderung; sie ist auch eine kulturelle Frage. Eine Akzeptanz durch die Ärzteschaft kann ein wichtiger Baustein beim Aufbau einer gesamtgesellschaftlichen Toleranz sein.

Schützt das Verbot unsere Kinder vor dem Missbrauch von Cannabis

Es ist ein berechtigtes Anliegen, die Jugend vor möglichen negativen Auswirkungen des Cannabiskonsums zu schützen. Insbesondere Cannabis, ist in unserer Gesellschaft präsenter denn je und problemlos zu beschaffen. Die vier Millionen deutschen Cannabiskonsumenten belegen deutlich, dass sich die Nachfrage vom Verbot unbeeindruckt zeigt.

Dafür leidet der Jugendschutz durch das Verbot erheblich. Unter den Bedingungen des Schwarzmarkts scheren sich viele Händler nicht um die Qualität des Cannabis, noch interessieren sie sich für das Alter des Käufers oder dessen Konsumgewohnheiten. Aus diesem Grund wird immer häufiger gestrecktes Gras in Umlauf gebracht, was fatale Folgen für den Konsumenten bedeuten kann.

Abstinenzorientiert gehen alle Präventionsbemühungen an den Bedürfnissen und Lebensrealitäten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen vorbei. Konsum wird immer mit problematischem Konsum (Missbrauch) gleichgesetzt. Das macht diese Art der Prävention unglaubwürdig! Das Ziel sollte vielmehr die Aufklärung zu diesem Thema sein, die den Menschen befähigt, bewusst und selbstbestimmt mit Cannabis umzugehen.