Wie entsteht eine Cannabis-Psychose?

Durch den Cannabiskonsum können akute psychotische Symptome verursacht werden. Heutzutage liegt der THC Gehalt vom Cannabis deutlich über dem Durchschnitt der letzten 20 Jahre. Aus diesem Grund kommt es in den letzten Jahren öfters zu psychotischen Symptomen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Cannabis konsumieren anfälliger für eine Psychose sind, als Menschen, die kein Marihuana zu sich nehmen. Besonders in der Entwicklungsphase kann ein regelmäßiger Cannabiskonsum das Risiko erhöhen eine psychische Störung zu entwickeln. Nahezu jeder dritte Teenager in Deutschland hat Cannabis mindestens einmal probiert. Für die wenigsten bleibt es beim einmaligen Konsum. Andere wiederum kiffen regelmäßig, um persönliche Probleme zu verdrängen und aus dem stressigen Alltagsleben zu entfliehen. 5-6% aller Jugendlichen entwickeln sogar ernsthafte psychische Störungen im Zusammenhang mit dem Konsum von Marihuana und anderen illegalen Drogen.

Schizophrenie durch Cannabiskonsum

Bei regelmäßigem Cannabiskonsum können sich sogenannte Toxine bilden. Toxine sind eine Untergruppe von Giften, die unter anderem von Pflanzen hergestellt werden. Diese Toxine werden gefährlich, wenn sie abgebaut werden, so dass die Giftstoffe freigesetzt werden. Dieser Prozess findet statt, wenn das THC im Blutkreislauf freigegeben wird. Ein Gefühl von Desorientierung und paranoiden Symptomen tritt auf. Wenn der Rausch sich allmählich dem Ende zuneigt, verschwinden diese Symptome schnell wieder und hinterlassen in der Regel keine Folgeschäden. Durch den regelmäßigen Cannabiskonsum können sich diese Symptome allerdings langfristig manifestieren und chronisch werden. Betroffenen wird daher dringend empfohlen mit dem Kiffen aufzuhören.

Eine Psychose, die ausschließlich durch den Konsum von Cannabis ausgelöst wird ist bis heute stark umstritten. Marihuana soll lediglich die verborgene Psychose zum Vorschein bringen. In den meisten Fällen liegt allerdings das Krankheitsbild der Schizophrenie vor, so die Meinung von anderen Experten.

Studien zeigen, dass der regelmäßige Konsum von Cannabis den Ausbruch einer Schizophrenie schnell beschleunigen kann. Meist tritt die Krankheit zwischen der Pubertät und dem Alter von 30 Jahren auf. Besonders auffällig ist, dass unter den an Schizophrenie erkrankten Patienten ein großer Anteil an Menschen vorliegt, die Cannabis konsumieren.

Cannabis-Psychose und die Symptome

Bevor eine akute Psychose ausgelöst wird, tritt erst einmal ein Anfangs-Symptom auf. Dabei handelt es sich unter anderem um Symptome einer akuten Psychose, die sich in abgeschwächter Form zeigen. Der soziale Rückzug, könnte zum Beispiel eines dieser Anfangs-Symptome sein. Weitere Hinweise können in Form einer verminderten Aufmerksamkeit, Motivation, Konzentration sowie einer dauerhaften Antriebslosigkeit entstehen. Das Umfeld registriert oft eine Verschlechterung der schulischen oder beruflichen Leistungsfähigkeit sowie einen sozialen Rückzug der Betroffenen.

In der Phase eines sogenannten Risiko-Syndroms kann die Erkrankung erkannt und behandelt werden, bevor sie sich langfristig manifestiert. Die Früherkennung und Frühbehandlung von Personen mit erhöhtem Psychose-Risiko gilt als vielversprechend, um die Ausdehnung der Psychose zu reduzieren. Viele Formen von Psychosen beginnen zwischen der Pubertät und dem 30. Lebensjahr. Sie treten gleichermaßen auf, egal ob Mann oder Frau.

Hoher THC-Gehalt bedeutet erhöhtes Psychoserisiko

Bei einer Studie zur Feststellung vom Cannabiskonsum, bei normalen Menschen (Kontrollgruppe) und Patienten in einer Psychiatrie, kam folgendes Ergebnis zustande: 53% der Befragten in der Kontrollgruppe gaben an, schon mindestens einmal gekifft zu haben. In der Gruppe der Psychiatrie-Patienten waren es 87%. Unter den Patienten konsumierte der größte Teil täglich Cannabis. Die meisten Patienten hatten zudem bereits mit 15 Jahren mit dem Konsum begonnen. Das Risiko eine Psychose zu entwickeln, ist demnach bei den Konsumenten, die Cannabis konsumieren deutlich höher.